Vom Sinn des Schenkens

Warum schenken wir? Um Traditionen zu erhalten? Um anderen Freude zu bringen? Um sich selbst gut zu fühlen?
schenken

Über diese Fragen dachte ich wieder neu nach, als ich am 24.12.2012 kurz vor Mittag nochmal in die Stadt musste, um ein paar Erkältungsmittel aus der Apotheke zu besorgen. Es gestaltete sich herausfordernd, in den Strömen von Menschen nicht vom Wege abzukommen, sich nicht mitschleifen zu lassen hin zu Feinkost- oder Buchläden, die fertig verpackte Bestseller oder Überraschungstüten für Last-Minute-Schenker bereit hielten. Für mich fühlte sich das nicht richtig an – kurz vor der Angst einen beliebigen Bestseller aus dem Regal zu greifen, damit man unter dem Weihnachtsbaum nicht mit leeren Händen da steht. Sicher – es kann ein Volltreffer sein. Es kann aber auch mehr Frust als Freude bringen.

Auf dem Blog werde ich daher in der nächsten Zeit dem Schenken genauer auf dem Grund gehen – mit diesen und anderen Fragen:

  • Was bedeutet schenken?
  • Wie kann/sollte man schenken? Welche unausgesprochenen Verhaltensregeln gab und gibt es? (Beispiel: „Zuerst ist das Geschenk so zu wählen, daß es den Verhältnissen, dem Bildungsstande des Empfängers sich anpaßt, daß es in keiner Weise ihn unzart berührt.“ – aus dem Anstandsbuch von Clara Ernst: „Der Jungfrau feines und taktvolles Benehmen im häuslichen, gesellschaftlichen und öffentlichen Leben“)
  • Wie wird in anderen Kulturen geschenkt? (In manchen Kulturen muss ein Geschenk z.B. immer mit einer Wertsteigerung erwidert werden – auf Dauer ziemlich anstrengend.)
  • Wie funktionierte das Schenken in früheren Zeiten?
  • Welche berühmten Geschenke gibt es? (Zum Beispiel war das Schloss Nymphenburg in München ursprünglich ein Geschenk des Kurfürsten Ferdinand Maria an seine Frau Adelheid von Savoyen, nachdem sie einen Thronfolger gebar)

Als kleine Einstimmung dazu das Gedicht „Schenken“ von Joachim Ringelnatz:

Schenken

Schenke groß oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
So daß die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Daß dein Geschenk
Du selber bist.

Joachim Ringelnatz: Das Gesamtwerk in sieben Bänden. Band 1: Gedichte, Zürich 1994, S. 265.

P. S. Ideen für kreative und von Herzen kommende Geschenke gibt es hier trotzdem weiter wie bisher

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